Köln

Das Rheinland - 2000 Jahre deutsch-jüdischer Geschichte

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Bis heute gilt das Jahr 321 der kleinen, ehemals bedeutenden jüdische Gemeinde zu Köln als magisches Datum - dieses Gründungsjahr macht sie zur ältesten jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen. Einer Spur ihrer Geschichte kann man in der Kölner Altstadt folgen: seit dem Jahr 1170 stiegen zahlreiche Generationen jüdischer Frauen die Stufen der mittelalterlichen Mikwe, des Ritualbades, hinab. Auch an anderer Stelle ist die jüdische Geschichte in Köln präsent: Zu den überlebensgroßen neun Steinskulpturen etwa, den Neun Helden im gotischen Kölner Rathaus, zählen die des Königs David, des Propheten Joshua und des Judas Makkabäus. Die Geschichte dieses jüdischen Freiheitskämpfers aus der Antike liegt dem jüdischen Fest „Channuka“ zugrunde.

 

Unweit von hier erinnert der Name des Platzes, an dem Schauspielhaus und Oper liegen, an einen Repräsentanten der jüngeren jüdischen Stadtgeschichte, Jakob, Jacques, Offenbach, 1819 in Köln als Sohn des Kantors Isaac Eberst geboren.

 

Im Zuge des erstarkenden Wunsches nach einem sicheren Ort für die Juden im frühen 20. Jahrhundert, gewinnt Köln als Zentrum des Zionismus an Bedeutung. Von hier verbreiteten der Jurist Max Isidor Bodenheimer und der Kaufmann David Wolfsohn die zionistische Idee Theodor Herzls in Deutschland. 1894 entstand unter Bodenheimers Führung die erste National-Jüdische Vereinigung in Köln, am 11. Juli 1897 wurde er in Bingen Vorsitzender der neugegründeten „National-Jüdische Vereinigung Deutschlands“. Wenig später, im August 1897 trafen Herzl und Bodenheimer auf dem ersten Zionistischen Weltkongress in Basel aufeinander und wurden Weggefährten. In der Kölner Richmodstrasse erinnert heute eine Gedenktafel an Bodenheimer und Wolffsohn.

 

1897 entwarf David Wolffsohn, der im Jahre 1907 Präsident der zionistischen Weltorganisation wurde, die Flagge, die 1948 die Flagge des Staates Israel wurde. Wolffsohn selbst erlebte die Staatsgründung nicht mehr; seine Gebeine wurden später auf dem Herzlberg, an der Seite von Theodor Herzl, beigesetzt.

 

Historisch steht Köln stellvertretend für viele andere deutsche Städte im Kampf von Juden gegen eine diskriminierende deutsche Gesetzgebung. Nach der Vertreibung eines großen Teils der jüdischen Bevölkerung 1424 aus Köln, kehrten erst unter der Herrschaft Napoleons 1798 erste Juden wieder hierher zurück. Fortan wurde die Stadt ein gutes Beispiel dafür, wie Juden in Emanzipation und Assimilation in deutschen Ländern leben konnten. An der Entwicklung Kölns zu einer ökonomisch und kulturell erfolgreichsten Städte im Rheinland hatte die große und wohlhabende jüdische Gemeinde ihren Anteil.

 

Von den sechs Synagogen, die es vor dem Faschismus in Köln gab, ist heute eine wieder aufgebaut. Ein wichtiges Zeichen in der Erinnerungsarbeit an den Holocaust – mittlerweile in ganz Europa verbreitet - hat der Kölner Künstler Gunter Demnig mit seiner Projektidee der „Stolpersteine“, bronzene Pflastersteine mit Namen und Daten ermordeter Menschen, in den öffentlichen Gehweg eingelassen, gesetzt.

 

Heute zählt die jüdische Gemeinde Kölns 6.000 Mitglieder. Es gibt liberale wie orthodoxe Gottesdienste, einen jüdischen Kindergarten und eine jüdische Schule, einen jüdischen Jugendclub sowie das ausgezeichnete koschere Restaurant „Kantine Weiss“. 

 

Tagestouren von Köln führen ins Umland, wo in vielen kleinen Orten, Zeugnisse der reichen jüdischen Geschichte zu entdecken sind.

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